Skizziere, wie Abende tatsächlich ablaufen: Wer schaut was, wie lange, mit wem, zu welcher Tageszeit? Aus diesen Antworten ergeben sich Sitzplätze, Ablagen, Akustikziele und die sinnvolle Größe der Bildfläche. Bei Lea und Timo half genau diese Liste, Diskussionen über gigantische Leinwände zu erden und stattdessen perfekte Sichtachsen für alle Gäste zu schaffen.
Moodboards mit Materialien, Lichtfarben und Vorbildern klären schneller als endlose Datenblätter, welche Atmosphäre dich berührt. Sammle Fotos von Lieblingskinos, gemütlichen Ecken, Terrassen bei Dämmerung. Als wir ein Projekt mit rauem Stoff, warmem Holz und sanften Wandfarben aufbauten, verstummten Zweifel sofort: Der Raum fühlte sich schon im Rohbau vertraut an.
Nicht jede Fläche sollte „tot“ sein. Absorber an Erstreflexionen beruhigen, Diffusoren dahinter öffnen die Bühne, ohne Energie zu rauben. In einem Altbau mit Stuckdecke half ein schmaler Akustiksegel‑Mix, der Look blieb edel, der Nachhall fiel spürbar, und plötzlich waren Flüstertöne so verständlich, dass niemand mehr die Lautstärke hochdrehte.
Dolby Atmos oder DTS:X entfalten erst mit korrekten Höhenkanälen ihre Magie. Achte auf Winkel, Abstände, identische Tonalität. Bei einer Familieninstallation montierten wir die Deckenlautsprecher leicht versetzt zur Sitzmitte – Ergebnis: Regen rauschte nicht über Köpfe hinweg, sondern fiel spürbar um die Zuhörer, ohne Ortungslöcher und peinliche Hotspots.
Technik darf atmen, aber nicht rauschen. Entkoppelte Racks, gedämmte Türen und flüsterleise Lüftung verwandeln gute Systeme in großartige Erlebnisse. Als wir ein brummendes Netzteil austauschten und Luftwege führten, sanken Störgeräusche dramatisch. Plötzlich wurden leise Scores mutig, Pausen aufregend, und Gespräche im Film wirkten intimer.
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